Welcome home

Lesedauer: 6min

Bei Gott einziehen

Was bedeutet "heimkommen" für dich? Was bezeichnest du als dein Heim oder Zuhause? Ist es der Ort, an dem du aus vollem Hals unter der Dusche singen kannst? Wo du aufgewachsen bist? Oder ist Zuhause für dich vielleicht eine Person?
Lasst uns auf eine Reise gehen. Zu unserem Zuhause und noch viel weiter...

Hey du,
vor einigen Jahren führte eine Londoner Zeitung einen Wettbewerb durch, bei dem die beste Definition für den Begriff "Zuhause" gesucht wurde. Eine der Einsendungen beinhaltete folgenden Vorschlag: "Zuhause - das ist der Ort, wo man dich am besten pflegt und du der sein kannst, der du wirklich bist."
Für mich ist zu Hause meine Basis. Meine Family, die Menschen, die ich liebe, der Ort, an dem ich ich sein kann, an dem ich Spaß habe, an dem es auch mal kracht, aber vor allem ein Ort des Wachstums. Wo ich lerne, alleine Schritte zu gehen, selbstständig zu werden und die Welt zu rocken. Was das für mich beinhaltet ist, dass dieser Ort mein mein Ausgangsort ist, für alle möglichen Unternehmungen bzw. an dem ich alles habe, was ich brauche. Wenn ich will, ist es mein Ruheort, wenn ich nicht will der Ort, an dem ich mit anderen Menschen feiern kann. Definitiv ist es der Ort, an den ich immer wieder zurückkehre zum Entspannen und zum Auftanken. Hier habe ich meine Daseinsberechtigung.

Welcome home
Ich liebe es nach Hause zu kommen. Da zu sein, wo ich entspannen kann, wo ich mich sicher fühle, wo ich weiß, dass ich angenommen bin, wo die Personen sind, die ich liebe. Und ich glaube wir alle haben so eine Vorstellung von "Zuhause". Egal, ob zu Hause für dich Personen sind, ob es vielleicht wirklich deine Familie ist, oder ob es ein bestimmter Ort ist, dein Sofa in deinem Zimmer, wo du richtig chillen kannst, oder ob Zuhause für dich vielleicht ein Ort in der Ferne ist, wo du schon öfters Urlaub gemacht hast und wo du, immer wenn du wieder dorthin kommst, so ein Gefühl von Heimat erlebst. Oder du verbindest Zuhause einfach mit den Orten, an denen sich dein Handy automatisch mit dem Wlan verbindet...
Vielleicht ist es für dich aber auch eher anstrengend über zu Hause nachzudenken, weil du keine guten Gefühle hast, wenn du an Zuhause denkst. Weil Zuhause für dich irgendwie etwas kaputt ist, oder weil Zuhause für dich irgendetwas fehlt. Oder du dieses Gefühlt von Zuhause hattest, aber es irgendwie verloren hast, weil sich in deiner Familie etwas verändert hat, vielleicht auch, weil du dich verändert hast, weil dir andere Dinge wichtig geworden sind. Und du hast so ein Heimweh. Tief in dir. So ein Heimweh, dass dich immer begleitet, auch wenn du scheinbar zu Hause bist, oder an dem Ort, den du zu Hause nennst.

Mehr als nur ein Ort
Ich weiß nicht wie es dir geht, was du fühlst, wenn du an zu Hause denkst, aber ich glaube, wir alle wissen, dass zu Hause nicht unbedingt ein Ort ist. Sondern dass zu Hause vielmehr ein Gefühlt ist. Ein Gefühl von Sicherheit, ein Gefühl von Wertschätzung. Ein Gefühl von angenommen sein, wo man keine Masken aufsetzen muss, oder irgendetwas leisten muss um geliebt zu sein, sondern ein Ort, an dem man so sein kann, wie man wirklich ist. Und ich glaube jeder hat diese Sehnsucht nach Zuhause in sich.

Wir sind eine Generation, die unterwegs ist, wir sind Globesetter, wir sind ständig in Bewegung, aber in all dem sehnen wir uns auch nach einem zu Hause. 
Nach einem Ort, zu dem wir immer wieder zurückkommen können und an dem wir angenommen sind, egal was ist.
Wo bin ich zu Hause? Wo kann ich hingehen, wenn ich nicht mehr weiter weiß? Wo bin ich wirklich angenommen?

Homeless
Ich war auf der Suche. Nach meinem Zuhause. Also nicht nach meinem Wohnort oder meiner Familie, aber nach meinem Zuhause in der Welt. Nach meinem Ursprung, nach meiner Bestimmung, nach dem Sinn. Aber ich habe es nicht gefunden. Nichts hat mich wirklich erfüllt. Ich war quasi obdachlos in der Welt.
Lange Zeit war es so, dass Gott für mich nicht so richtig zu diesem Zuhause-Begriff gehört hat. Das heißt nicht, dass ich Zuhause keine Zeit mit Gott verbracht hätte, aber in meinem Kopf, von meinem Gefühl her, ging es dabei immer darum, nochmal "rauszugehen", vielleicht nicht im physischen Sinne, aber im geistlichen. Physisch blieb ich an der Basis, am Ruheort, aber geistlich war meine Stille Zeit immer mit Arbeit und Aufwand verbunden, nicht mit Entspannung und Auftanken. Ich musste das Zuhause verlassen und mich auf den Weg in die Gegenwart Gottes machen.
Ich konnte nicht verstehen, wie der Psalmschreiber David Dinge sagen konnte wie: "Eines habe ich vom Herrn erbeten, das ist mein tiefster Wunsch: alle Tage meines Lebens im Haus des Herrn zu wohnen, um die Freundlichkeit des Herrn zu sehen und über ihn nachzudenken, dort in seinem Heiligtum." (Psalm 27, 4)
Dass es gut und wichtig ist, in der Gegenwart Gottes zu sein, war mir schon klar. Aber wie kann man da immer sein wollen? Man muss doch auch mal wieder nach Hause kommen. Zurück in sein eigenes Reich. Ausruhen. Auftanken.

Bei Gott einziehen
Aber irgendwann, als ich mal wieder Zeit mit Gott verbracht hab, machte es klick und es fiel mir wie Schuppen von den Augen: Zuhause, der Ort, an den ich immer zurückkomme um aufzutanken, mein Ausgangspunkt, der Ort, an dem ich alles habe, was ich brauche. All das, was ich mir unter Zuhause vorstellte hatte ich gefunden. Es war bei Gott! Ich war obdachlos, aber Gott hat mich gefunden, weil er selbst obdachlos wurde, in Jesus seine Heimat, den Himmel, verließ um Menschen wie dich und mich zu suchen. Weil er uns seine Kinder nennt und uns unvorstellbar liebt.
Anstatt immer "aus dem Haus" und zu Gott zu gehen, sollten wir bei Gott einziehen, bei ihm Zuhause sein.
Und das ist es, was ich gerade mache: bei Gott einziehen. Das sagt sich sehr einfach, aber ein Umzug ist immer auch Arbeit und es dauert, bis das neue Zuhause eingerichtet und alles an seinem Platz ist. Vor allem, wenn es kein physischer Umzug ist, und wir den Fortschritt nicht genau vor Augen haben.
Während meiner Grundschulzeit sind meine Familie und ich umgezogen. Das neue Zuhause war nur eine Straße weiter, sodass ich in meiner alten Schule und Umgebung blieb. Aber eines Tages lief ich von der Schule nach Hause und, wie es die Gewohnheit wollte, zum alten Haus. Erst, als ich klingeln wollte, fiel mir auf, dass auf dem Klingelschild nicht mehr unser Name stand.
Ähnlich kann uns das bei Gott gehen. Wir ziehen im Geist um, nicht physisch - auf den ersten Blick ist das also nicht so offensichtlich und es kann uns passieren, dass wir es vergessen. Aus Gewohnheit laufen wir wieder zum alten Zuhause.
Dieser Umzug wird in diesem Leben nicht vollständig über die Bühne gehen, aber ich kann ja jetzt schon mal anfangen.

Let´s come gome
Wenn du diesen Umzug auch in Angriff nehmen möchtest, habe ich hier drei Anstöße für dich, die dir hoffentlich dabei helfen:

#1 Dein Zuhause
Mache dir bewusst, dass Zeit mit Gott nicht die Arbeit ist, sondern das Heimkommen von der Arbeit, von deinem Alltag, wo du wieder zu Kräften kommen kannst. In dem Moment, in dem du Jesus angenommen hast, hast du einen Platz in der Gegenwart Gottes bekommen, der jetzt dein Zuhause ist. Du musst ihn dir nicht mehr erarbeitet oder verdienen, das ist der Ort, wo du hingehörst.
"Richtet eure Gedanken auf das, was im Himmel ist, nicht auf das, was zu dieser Welt gehört. Denn in dieser Welt seid ihr gestorben, und euer neues Leben ist ein Leben mit Christus in der Gegenwart Gottes." (Kolosser 3, 2-3)

#2 Investiere Zeit 
Zeit für Momente mit Gott. Halte dich in deinem neuen geistlichen Zuhause auf. Eine neue Wohnung wird erst dann ein Zuhause, wenn ich mich auch da bin. Nur dadurch kann ich mich einleben. Überspringe die Hürde des "Arbeitsgefühls" und setze dich Gott aus. Nur dadurch kann letztendlich die Vertrautheit entstehen, die dafür sorgt, dass du dich bei Gott wirklich Zuhause fühlen kannst. Lass dir von ihm zeigen, dass du nicht nur Gast bist, sondern als Kind eine Berechtigung in seinem Haus hast.
"Und so seid ihr alle Kinder Gottes durch den Glauben an Jesus Christus." (Galater 3, 2)

#3 Herzensveränderung
Das hier ist keine To-Do-Liste, die das Problem löst, dass wir von unserer Natur aus eigentlich gar nicht bei Gott einziehen wollen - schließlich denken wir, es ist viel angenehmer, unsere eigenen vier Wände zu haben. Wir können unser Herz nicht dazu bewegen, bei Gott einziehen zu wollen. Aber Gott hat uns einen großartigen Umzugshelfer zur Seite gestellt: den Heiligen Geist.
"Alle, die sich von Gottes Geist leiten lassen, sind seine Söhne und Töchter. Denn der Geist, den ihr empfangen habt, macht euch nicht zu Sklaven, sodass ihr von neuem in Angst und Furcht leben müsstet; er hat euch zu Söhnen und Töchtern gemacht, und durch ihn rufen wir, wenn wir beten: "Abba, Vater!" Ja, der Geist selbst bezeugt es uns in unserem Innersten, dass wir Gottes Kinder sind." (Römer 8, 14-16)

Bei Gott sein, heißt wirklich zu Hause sein
Bei Gott sein heißt wirklich zu Hause sein. Und ich wünsche mir das für mich und für dich, dass wir das wirklich erleben. Dass wir erleben, wo unser wirkliches Zuhause ist. Dass dieser Vater im Himmel uns bedingungslos liebt und uns annimmt, egal, was in unserem leben los war. Er kennt dich - und er liebt dich trotzdem.
Stell dir mal vor, was möglich wäre, wenn du das wirklich erlebst. Wenn du diesen Schritt gehst. Nach Hause. Es wird deshalb nicht alles schön sein, und es wird nicht immer alles einfach werden, aber du bist zu Hause. Und du weißt, dass du bei Gott angenommen bist. Stell dir mal vor, was dass für einen Unterschied in unserem Leben machen könnte. Und ich will dich ermutigen und dich herausfordern, diesen Schritt zu gehen. In die Arme Gottes, der dich sein Kind nennt. Vielleicht zu ersten Mal, vielleicht auch wieder neu. Gott steht da mit offenen Armen. Und er ruft dich: "Komm nach Hause."
Mal angenommen, Gott hat dich wirklich angenommen. Mal angenommen, Gott liebt dich und er wartet auch dich, mit offenen Armen. Wartet darauf, dass du auf ihn zuläufst. Mal angenommen, du könntest wirklich zu Hause ankommen.

Lasst uns Gott zu unserem Zuhause machen, zu unserer Basis, wo wir alles haben, was wir brauchen und wo wir auftanken können. So sehr, dass wir rausgehen und andere einladen können, ebenfalls heimzukommen.

Be blessed
Manuel





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