Die Kraft der Gemeinschaft (TDW 5/2018)

Lesedauer: 6min

Die Gemeinde - Gottes Lieblingsthema

Hast du ein Lieblingsthema, über das du stundenlang nachdenken kannst, mit Freunden bereden und über dem du die Zeit vergisst? Gott hat ein solches Lieblingsthema: es ist die Gemeinde! Dafür schlägt sein Herz! Ich weiß nicht, ob die Gemeinde auch zu deinen Lieblingsthemen gehört, oder was dir durch den Kopf geht, wenn du an Gemeinde denkst: schlägt dein Herz höher oder denkst du frustriert an menschliche Enttäuschungen oder sogar Verletzungen? Darf ich dir ein bisschen vorschwärmen, was Gott sich mit der Gemeinde gedacht hat?
Lies bitte zuerst: Apostelgeschichte 5, 12-16

Hey du,
ich hab heute richtig starkes Zitat für dich am Start: "Die Ortsgemeinde ist die Hoffnung der Welt" (Bill Hybels, Pastor der Willow Creek Community Church in Chicago). Dieses Zitat berührt mich, seit dem Moment , in dem ich es zum ersten Mal gelesen habe. Was wäre, wenn deine Gemeinde das Potenzial hätte, deine ganze Stadt zu verändern? Ja, vielleicht sogar unser ganzes Land?
Ich liebe die Gemeinde - meine eigene natürlich auch -, aber vor allem Gottes Idee von Gemeinde. Ich liebe es, Teil von etwas zu sein, das weit über meinen Horizont hinausgeht und so relevant wie nie zuvor ist. Ich liebe es, Teil von Gottes Lösung für die Probleme dieser Welt zu sein. Du denkst vielleicht, dass das nicht sein kann, dass das Böse in dieser Welt längst die Oberhand gewonnen hat und gegen all das Leid in dieser Welt sowieso niemand mehr ankommt. Du denkst vielleicht, dass man sich einfach damit abfinden muss, dass man in seiner kleinen christlichen Community bleibt, in die nichts rein-, aus der aber auch nichts rauskommt. Ich habe mich auch schon oft so gefühlt. Man fühlt sich ohnmächtig und klein.

Gott will dir begegnen
Wer in der Bibel liest, wie Gott Menschen begegnet ist schnell frustriert. Krasse Wunder die klare Stimme Gottes im Ohr oder dem Schöpfer von Angesicht zu Angesicht begegnen, erlebt man im Alltag kaum. Wo steckt der übernatürliche Gott im täglichen Chaos? Es ist ein Prinzip Gottes, dass er uns als Menschen gebraucht, um zu wirken. Er hat es sich zum Ziel gemacht, durch uns Menschen zu wirken, zu reden, zu trösten und eine Veränderung in dieser Welt zu sein. Wer Gott im Alttag erleben will, sollte ihn in der Gemeinschaft mit anderen suchen.
Denn Gott möchte den Menschen begegnen. Das geht natürlich auch auf dem Weg zur Schule, beim Training oder wenn du in deinem Zimmer alleine auf dem Bett chillst. Aber er hat sich Gemeinde als besonderen Ort der Begegnung ausgedacht. Nicht umsonst ließ er Salomo einst einen Tempel bauen, um den Menschen einen Ort zu geben, an dem sie sich sicher sein konnten, Gott zu treffen. Gott ruft die Menschen gerne zu sich. Früher waren das hohe Feiertage, zu denen die Menschen zum Tempel pilgerten, heute sind das die Gottesdienste, die von Kirchenglocken begleitet die Menschen zusammenrufen, um gemeinsam vor Gott zu treten und ihn zu loben. Deshalb heißt Kirche bzw. Gemeinde im griechischen ekklesia, was so viel bedeutet wie die Versammlung von den "Herausgerufenen". Gott ruft uns also zu sich.  
Schau dich das nächste Mal in der Gemeinde um. Hier versammeln sich Woche für Woche Menschen, die Gemeinschaft mit anderen und mit Gott haben wollen. Durch jeden einzelnen von ihnen kann Gott zu dir sprechen, wenn er will. Oder du kannst Gottes Worte an andere weitergeben - auch wenn du nicht auf der Bühne stehst.

Wie sich Gott Gemeinde wünscht...
Gemeinde ist mehr als nur ein kahler Raum, in dem viele Menschen ruhig sitzen und ein einzelner vorne steif irgendwelche frommen Floskeln von sich gibt. Gemeinde ist bunt, lebendig und immer unterschiedlich. Und vor allem: Gott hat einem genialen Plan von der Gemeinde. Er will durch Menschen, wie dich und mich die Welt verändern. Gottes Idee von Gemeinde lässt sich eigentlich ziemlich gut in fünf Begriffen formulieren, die zusammen das Wort Gnade bilden. Gnade sollte uns als Gemeinde prägen: G für Gemeinschaft, N für Nachfolge, A für Anbetung, D für Dienst und E für Evangelisation.

Gemeinschaft 
Gott möchte dich mit der Liebe von anderen Christen beschenken! 
"Vor allen Dingen habt untereinander beständige Liebe!" (1. Petrus 4, 8) 
"So seid ihr nicht länger Fremde und Heimatlose, denn ihr gehört jetzt sogar zu seiner Familie." (Epheser 2, 19)
Gott möchte, dass die Menschen in der Gemeinde eine liebevolle Gemeinschaft entdecken. Das häufigste Bild für Gemeinde im Neuen Testament ist die Familie. Ort des Vertrauens. Jesus zeigt uns Gott als den Vater und uns als seine Kinder. Füreinander sind wir wie Geschwister. Gemeinde soll eine große Familie sein. Voller vertrauensvoller Beziehungen. Als Gemeinde sollen wir aufeinander Acht haben, füreinander da sein und echte Freundschaften leben!

Nachfolge
Gott möchte, dass du in der Gemeinde wächst!
Gemeinde soll ein Ort des Wachstums sein. An dem du vorankommst und Schritte gehst. Im Glauben und im Leben.
Viele Bilder in der Bibel beschreiben natürliche Wachstumsprozesse. Menschen säen, pflanzen und gießen, aber Gott gibt das Wachstum. Wir dürfen uns einsetzen und gleichzeitig darauf vertrauen, dass Gott etwas wachsen lässt. Wachstum ist ein Zeichen von Leben. Und Gemeinde soll lebendig sein, weil Gott lebendig ist!
"Lasst uns aber die Wahrheit bekennen in Liebe und in allem hinwachsen zu ihm, der das Haupt ist, Jesus Christus." (Epheser 4, l5) 
In unserer Welt soll die Gemeinde wie ein Fundament für die Wahrheit sein. Gott hat uns gezeigt, wie er sich uns zuwendet und wie wir bei ihm das wirkliche Leben finden. Als Gemeinde haben wir den Auftrag anderen Menschen zu helfen, diese Wahrheiten zu entdecken. Gleichzeitig helfen wir uns gegenseitig diese Wahrheiten immer tiefer zu durchdringen und uns gegenseit zu ermutigen, Jesus konsequent nachzufolgen.

Anbetung
Die Beziehung zwischen Jesus und der Gemeinde ist eine Liebesbeziehung. Gott möchte, dass wir zu seiner Ehre leben und uns an ihm freuen! 
"Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken." (Matthäus 22, 37) 
Unser Ziel ist es, Gott mit Worten und Taten groß zu machen. Ihn mit unserem ganzen Leben zu ehren. Daher ist für viele Gemeinden die Anbetungsstunde das Zentrum des Gemeindelebens: Den Blick bewusst, weg von uns und hin zu Gott lenken und ihn anbeten.

Dienst
Gott möchte, dass wir ihm dienen und für andere leben. 
"Wie ihr euch ... zu Gott bekehrt habt, um dem lebendigen Gott zu dienen." (1.Thessalonicher 1, 9) 
"So soll euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und Gott verherrlichen." (Matthäus 5, 16) 
Jesus nachzufolgen, heißt, für andere zu leben. Kraft, Zeit und Gaben einzusetzen, um Gottes Aufgaben in dieser Welt zu erfüllen. Es gibt so viel zu tun. Bist du dabei?

Evangelisation
Gott möchte, dass wir Menschen zu Jesus führen. 
"Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes!" (Matthäus 28, 29)
Als Nachfolger von Jesus ist es unsere Aufgabe anderen Menschen von Gottes Geschichte zu erzählen. Als Christen tragen wir die beste Botschaft, die diese Welt jemals gehört hat, in uns. Lasst sie uns weitergeben!
Gemeinschaft, Nachfolge, Anbetung, Dienst und Evangelisation. Gnade. Das ist es, was Gemeinde ausmacht.

Herzensverändernd
Ich war schon in vielen unterschiedlichen Vereinen und Gruppen tätig und habe versucht, dort einen Unterschied zu machen. Ich habe viele nette Menschen getroffen und auch viele gute Dinge erlebt, aber ich habe in keiner dieser Gruppen auch nur annähernd das Gleiche erlebt wie in meiner Gemeinde.
Die Gemeinde hat die Kraft, Herzen zu verändern. Jesus hat am Kreuz die Sünde besiegt. Es gibt nichts, was unser Leben mehr verändern kann als Jesu unbeschreibliche Liebe. Es ist seine Liebe, die gebrochene Herzen heilt und Menschen freisetzt und wiederherstellt. Es gibt nichts Schöneres, als zu sehen, wie ein Mensch von der Liebe Jesu verändert wird. Genau das ist die Kraft, die nur die Gemeinde hat. Kein Verein, keine Schule und keine Musikgruppe kann das tun, was Jesus im Herzen eines Menschen bewirken kann.

Be the change
Ich will als Teil einer Gemeinde mein Bestes geben, um diese Kraft zu entfesseln. Ich will mein Bestes dafür geben, dass so viele Menschen wie möglich Jesus kennenlernen und dass meine Gemeinde ein Ort ist, an dem sie sich zuhause fühlen. Ich will mich dafür einsetzen, dass Menschen sich geliebt und akzeptiert fühlen. Es geht nicht darum, auf der Bühne zu stehen oder einen großen Dienst zu leisten. Es geht auch nicht darum, dass die eigene Gemeinde die größte oder die modernste ist. Es geht darum, dass ich mein Bestes gebe. Dort, wo ich hingestellt werde. Um Menschen die Liebe Jesu zu zeigen und in meiner Gemeinde dort zu dienen, wo ich gebraucht werde.
Was wäre, wenn deine Gemeinde das Potenzial hätte, deine Stadt zu verändern? 
Ich glaube, das hat sie auf jeden Fall. Also mach dich eins mit Jesu Liebe für die Gemeinde, mach dich eins mit dem Potenzial deiner Gemeinde und verändere die Welt genau dort, wo du bist.

Be bessed
Manuel 


Bildquelle: https://ligaviewer.com/youversion

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