Auf´n Kaffee mit Gott

Lesedauer: 5min

Wenn Gott dir etwas sagen will

Gott will mit den Menschen reden. Und er freut sich, wenn wir zu ihm kommen und mit ihm sprechen. Doch ein Gespräch mit jemandem, den man nicht sieht und oft genug nicht versteht kann ganz schön schwierig und ernüchternd sein. Oft achten wir auch gar nicht auf ihn, weil wir nicht erwarten ihn in unserem Alltag anzutreffen. Aber ich will dir heute sagen: Er ist genau dort. Da wo das Leben ist. Mitten im Alltag. Und er sucht dich.

Hey du,
Zeit. Sie scheint das wichtigste Gut unserer Generation zu sein. Für alles braucht man Zeit. Und jeder hat davon scheinbar zu wenig. Ständig steckt man im Stress. Auszeiten und Pausen wissen wir nicht mehr richtig zu füllen und langweilen uns schnell. Dabei hat Gott sich von Anfang an ausgedacht, dass ein Wechsel von Arbeit und Ruhen, von Stress und Pausen den Menschen gut tut. Sechs Tage lang schuf Gott die Welt. Und am siebten Tag ruhte er und erfreute sich an dem, was er gemacht hatte. Auch später, als Adam und Eva im Garten Eden lebten - da kam Gott sie besuchen. Weit er gerne Zeit mit ihnen verbrachte.  

Mehr als oberflächlich 
Beziehungen brauchen Zeit. Man kann keine echte tiefe Freundschaft oder gar Partnerschaft aufbauen, wenn man dem anderen ab und zu mal auf dem Weg zur Schule schnell 'ne Sprachnachricht per WhatsApp schickt. Das ist sicherlich gut, um sich gegenseitig auf dem Laufenden zu hatten oder kurz zu berichten, was passiert ist. Aber für echte Tiefe braucht es Zeit. Und Begegnung. Deswegen genießen wir die Momente, die wir mit unseren Freunden verbringen. Die Stunden, in denen wir gemeinsam etwas unternehmen und erleben. Die Augenblicke, wenn wir Gemeinsamkeiten entdecken oder uns über eine lustige Situation kaputtlachen. Die Gespräche, in denen wir dem anderen zeigen, wie es wirklich in uns drin aussieht - was wir denken, fühlen, wünschen. Und die besonderen Minuten, wenn dein Gegenüber sich dir offenbart und etwas von sich preisgibt. Das macht Beziehung aus. Diese funkelnden Goldmomente. Genau solch eine Beziehung wünscht sich auch Gott zu dir. Und in der Theorie wünschen wir uns das ja auch. Doch wie sollen wir es schaffen, auch noch Gott in all dem Alltagsstress unterzubringen? Klar, wir können unsere Prioritäten anders setzen und lernen, uns zu organisieren. Nur, dass das oft leichter klingt als es ist.
Gott Priorität in unserem Leben einzuräumen, wird vor allem dann leichter werden, wenn wir ihn besser kennenlernen. 
Je enger die Freundschaft zu Gott ist, desto lieber möchte man automatisch Zeit mit ihm verbringen. Logisch, oder? Die folgenden Tipps können dir helfen, einen Einstieg, einen Startpunkt für deine Beziehung zu Gott zu finden.

Gott ganz nah 
# Räume Gott einen festen Platz in deinem Terminkalender ein. Mittwochnachmittag von 17 bis 18 Uhr steht noch nichts in deinem Wochenplan? Räume Gott diese Zeit ein und halte dich verlässlich an euer Date. Wie du diese Zeit mit Gott gestaltest, ist erst einmal zweitrangig und kann sich von Woche zu Woche unterscheiden. Wichtig ist nur, dass du dir diese Zeit nimmst.
# Mach dir Erinnerungen in dein Handy. Immer wenn dein Smartphone dann klingelt oder vibriert, betest du zu Gott und erzählst ihm, was du gerade machst. Bete bei jedem Schluck Wasser, den du trinkst, dass Jesus dich erfrischt und du sauberes Wasser hast, oder danke Gott jedes Mal, wenn du an einem Spiegel vorbeiläufst dafür, dass er dich wunderbar geschaffen hat. Du kannst dir natürlich auch selbst Situationen ausdenken, in denen du an Gott denken möchtest. Je mehr es sind, desto einfacher wird es dir fallen, dir bewusst zu sein, dass Gott immer bei dir ist.
# Lies in der Bibel. Dort erfährst du viel über Gott und wie er tickt. Reg dich nicht über die Stellen auf, die du nicht verstehst. Das macht nichts. Mir geht es auch oft so aber wenn ich dann nachlese, wie die Stelle gemeint ist, lerne ich Gott manchmal ganz neu kennen und lerne ihn noch mehr zu lieben. Markiere dir alles, was dir gefällt, was dich positiv anspricht. Wenn es dir schwerfällt, ein ganzes Buch am Stück zu lesen, such dir einzelne Kapitel oder einzelne Psalmen raus. Lies diese Stellen dann immer und immer wieder. Bibellesepläne, Podcasts (z. B. "bibletunes") oder Bibel-Apps helfen dir, dranzubleiben.
# Versuche mehr und mehr auf Gottes Spuren in deinem Leben zu achten. Überlege dir abends beim Zähneputzen, wie Gott dir heute begegnet ist: Vielleicht ein gutes Gespräch mit einem Freund, ein Test, der viel besser war als erwartet, eine supergute Antwort, die du jemandem geben konntest oder ein Kompliment, das du bekommen hast. Bestimmt fallen dir Tag für Tag mehr Situationen und Momente ein. in denen du gemerkt hast: Jetzt ist Gott bei mir - oder da war Gott mittendrin.

Wenn Gott in unser Leben spricht
Als ich 12 Jahre alt war, war ich auf einer Freizeit und nach einer Worshipsession kam ein Leiter auf mich zu und meinte, dass ich eine Begabung von Gott habe und ich einmal viele Menschen durch meine Predigten erreichen würde. Zu der Zeit las ich nicht sonderlich viel die Bibel. Ich hatte mir zwar schon oft eine engere Beziehung zu Gott gewünscht, aber in meinem Alltag scheiterte der Versuch bisher immer wieder. Zunächst schien das Wort viel zu groß für mich, aber ich merkte, dass nicht meine Logik und meine jetzige Situation ausschlaggebend waren, sondern dass das Wort mich ganz tief in meinem Innersten berührte.

Veränderter Blickwinkel
Ich wusste, dass es wahrer war, als meine derzeitigen Erfahrungen. Und auf einmal veränderte sich mein Leben. Ich merkte, dass ich nicht erst etwas beweisen musste, sondern dass Gott mich bereits so sah. Das motivierte mich total und ich fing an, hungrig auf die Bibel zu werden, las viel darin und fand meine Begeisterung für das Predigen. Das alles ging fast wie von selbst. Heute liebe ich es, die Bibel zu lesen und sehe, wie Gott mir Immer mehr Einfluss gibt, Menschen durch meine Worte zu erreichen.
Auch du hörst Gottes Stimme besser als du denkst. Er spricht in dein Leben, in deinen Alltag, weil er genau dort etwas mit dir bewegen will. Er hat einen wahnsinns Plan für dein Leben, und er will Geschichte mit dir schreiben. Du musst nur auf ihn hören.
Auch Hören ist Kommunikation
Gott redet zu uns. Jeden Tag, davon bin ich überzeugt. Zu seinen Nachfolgern, aber auch zu denen, die ihn noch nicht kennen. Und trotzdem scheint es oft so, dass er schweigen würde. Weil wir nicht hinhören.
Wir haben das mit dem Beten irgendwie falsch verstanden. Wenn wir beten werfen wir Gott einfach alle unsere Sorgen an den Kopf und sagen, wenn wir Zeit haben, noch kurz Amen.
Aber wir hören nicht hin. Wir würgen das Gespräch einfach ab, ohne darauf zu achten, was Gott uns zu sagen hat. 

Alles auf Empfang?
Ein Freund meinte kürzlich zu mir. "Das Ohr ist ein passives Organ, du musst es vor Benutzung aktivieren." Hast du deine Ohren eher auf Durchzug oder hörst du bewusst nach und auf Gott? Zuhören passiert nämlich nicht von allein. Wenn du deine Ohren nicht einschaltest, wird Zuhören nicht funktionieren. Die Ohren einschalten heißt vor allem, wenn du betest alles was dich stört abzustellen. Du schaust nicht aufs Handy, deinen Fernseher oder Laptop machst du aus und die Musik stellst du leise. Das Ohr einschalten kann auch bedeuten, dass du einen Gesprächsort aufsuchst, wo du nicht ständig unterbrochen oder gestört wirst.
Auf Gott zu hören heißt aber auch außerhalb des Gebets nach ihm Ausschau zu halten. Auf ihn zu achten und ihn oft hinter den normalsten Dingen des Alltags zu entdecken. Ich will dich dazu herausfordern, nicht einfach nur mit Gott zu reden, sondern auch auf ihn zu hören. Das wird deine Beziehung zu ihm richtig durchstarten lassen!

Vertraue, dass Gott spricht
Ich möchte dich dazu ermutigen, darauf zu vertrauen, dass Gott spricht! Vertraue Gott, dass er zu dir spricht und sprechen wird! Gib nicht auf, wenn du das Gefühl hast, dass Gott nicht redet. Und gibt dich nicht damit zufrieden, wenn du nichts hörst. Manchmal brauchst du ein bisschen Zeit und Geduld. Aber Gott hat dir immer was zu sagen! Als Kinder Gottes dürfen wir uns auf seine Zusage verlassen: "Wende dich an mich und ich werde dir antworten! Ich werde dir große Dinge zeigen, von denen du nichts weißt und nichts wissen kannst." (Jeremia 33,3)

Gott will dir im Alltag begegnen
"Wir sollen zu mündigen Christen heranreifen, zu einer Gemeinde, die Jesus in seiner ganzen Fülle widerspiegelt." (Epheser 4, 13)Leider denken immer noch viele, dass man Gottes Herrlichkeit nur am Sonntag in der Kirche von 9 bis 10 Uhr oder bei superfrommen Halleluja-Events erleben kann. Doch wenn wir die Bibel genau studieren, realisieren wir schnell, dass Gott sehr oft zu Menschen direkt in ihrem Alltag sprach. Nehmen wir zum Beispiel Mose. Er hütet artig seine Schäfchen und plötzlich beginnt neben ihm ein Dornbusch einfach so zu brennen ohne zu verbrennen. David hütet ebenfalls die Schafe, als er von seiner Arbeit weggeholt und zum König des Volkes Israel Gottes gesalbt wird. Petrus, Andreas, Johannes und Jakobus hat Jesus bei ihrer alltäglichen Arbeit angesprochen und sie eingeladen, den Fischen Adieu zu sagen und ihm nachzufolgen. Auch Matthäus überrascht er am Arbeitsplatz am Zoll und beruft auch ihn als Jünger.
Egal, wie intensiv und abgespaced deine persönliche Zeit mit Gott am Sonntag war, Gott will in deinem Alltag zu dir sprechen, dich trainieren und weiterbringen. 
Alles, was du tun muss ist, die Ohren spitzen und staunen, was Gott dir in deinem Alltag zu sagen hat.

Wenn, dann... Heute!
Doch statt Gott im Alltag zu erleben, verstecken sich viele hinter der "Wenn..., dann..." Aussage. Sie sagen: Wenn ich dann mal eine Freundin hab, dann bin ich endlich glücklich. Mein Leben als Single geht mir dermaßen auf den Senkel. Wenn ich eine andere Arbeit habe, dann hat mein Leben wieder einen Sinn. Der jetzige Job nervt mich. Wenn ich diese Woche mit all ihren To-Do’s überlebt habe, dann kann ich mich entspannen. Wenn ich mit meiner Lehre fertig bin, dann geht das Leben erst so richtig los. Wenn ich mehr Geld habe, dann bin ich glücklich. Wenn ich..., dann bin ich endlich...
Aber ich will dir heute sagen: Das stimmt nicht! Gott ist da. Jeden Tag. Er steht uns bei, er ist uns nah, er sieht unsere Kämpfe, unsere Fragen, Ängste und Leere. Er ist da und sucht immer wieder unser Bestes. Jeden Tag von neuem will er uns nahe sein, zu uns sprechen und auch in den kleinsten und alltäglichsten Momenten unseres Lebens ein Teil davon sein. Er ist da, wenn wir unser Zimmer aufräumen, mit dem Staubsauger durch die Wohnung flitzen und uns in der Schule oder an der Uni durch das Algebra-Labyrinth kämpfen. Gott ist neben uns auf der Couch und fiebert mit unserer Lieblingsmannschaft mit. Gott schaut uns über die Schulter, wenn wir im Zug, auf dem Weg zur Arbeit lesen und er ist an unserer Seite, wenn wir bei einem Date versuchen unsere Angebetete zu erobern. Gott ist da, wenn wir in der Kirche unsere Hände erheben, aber auch wenn wir sie kurz darauf mit Sauce im McDonald’s vollkleckern, während wir unseren Lieblingsburger verdrücken. Gott ist an unserer Seite. Jeden Tag. In jedem Moment unseres Lebens. Ich will dich heute dazu ermutigen, dich dich für Gott zu öffnen, auf ihn zu achten und zu erleben, wie er dich inmitten deines Alltages abholt, zu dir spricht und dich segnet.
      Be blessed
      Manuel


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