Wenn Nachfolge lebendig wird

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Mal angenommen, wir würden wieder Abenteuer mit Gott erleben 

Mal angenommen, unser Glauben wäre wieder ein Abenteuer. Wir wären wieder voller Leidenschaft für Jesus. Und voller Liebe für die Welt. Mal angenommen wir würden Jesus wieder nachfolgen. Nicht nur als "Sonntagschristen", sondern wirklich bedingungslos. Mal angenommen wir würden gemeinsam mutige Schritte gehen. Im Glauben. Und im Leben. Was wäre dann möglich? Bist du bereit für ein Abenteuer? 

Hey du,
Christen sind Warmduscher. Sie haben keine Ecken und Kanten, keine eigene Meinung. Ihr größtes Abenteuer besteht darin, Sonntags die Predigt anzuhören. Oder die Kollekte einzusammeln. Ihr Leben ist langweilig und eintönig... 
Hast du solche Sätze auch schon gehört? Oder hast du dich schon dabei erwischt, wie du solche Gedanken hattest? Christen waren tatsächlich ein Grund, wieso ich lange Zeit keine Freundschaft mit Gott haben wollte. Insgeheim dachte ich, dass ich auch "so" werden müsste, wenn ich mein Leben Gott übergeben würde. Davor hatte ich Angst. Es pumpte zu viel Leben in meinen Adern, als dass ich einen so angepassten und unspektakulären Lebensstil annehmen würde. 

Dann war da dieser Bibelvers aus Römer 8,29, in der Paulus uns auffordert, Jesus ähnlicher zu werden. Dieser Satz hat mir den Weg zum Himmel versperrt. Kein Wunder, denn ich habe ihn selbst gedeutet - und völlig falsch verstanden. Heute lasse ich mir die Bibel vom Heiligen Geist erklären, damals nicht. Mein Bild von Jesus war geprägt von den Geschichten mit den Schafen, dem toten Körper am Kreuz (wer interessiert sich schon für einen toten Gott?), der damit verbundenen Selbstaufgabe und einem auf Birkenstock basierendem Kleidungsstil. Wer möchte einem solchen Jesus ähnlich werden? "Also ich nicht!", dachte ich. Das Problem war allerdings nicht Jesus selbst, sondern meine fehlende Perspektive auf den ihn. Ich war voreingenommen, ich hatte eine Vorstellung wer dieser Jesus war. Ich meinte, zu wissen, wer er wirklich ist. Aber ich lag sowas von falsch. Dem auferstandenen, herausforderndem Allmächtigen Jesus musste ich zuerst noch begegnen.

Nicht nur glauben, sondern nachfolgen
Gott sei dank habe ich eine lebendige Kirche am Puls der Zeit kennengelernt. Und mit ihr Menschen, die nicht einfach nur "an Gott glauben", sondern einem Jesus nachfolgen, den ich noch nicht wirklich kannte. An ihren Leben konnte ich sehen, dass ein Leben mit Gott auch Spaß machen kann. Und dass Gottes Kraft real erlebbar ist. Diese Menschen haben mein Leben gerettet, denn heute ist Jesus nicht mehr aus meinem Leben wegzudenken. Leider glauben immernoch so viele Menschen, wie ich ich damals, an den gesellschaftlich korrekten, angepassten, langweiligen Jesus. Dass Jesus aber nicht realitätsfremd ist, sehe ich in seinen Nachfolgern.

Nachfolger sind mutig!
Gott hat uns von Natur aus risikofreudig programmiert. Manche von uns haben diese Risikofreude allerdings verloren. Oder mussten sie loswerden, weil sie immer wieder angeeckt sind.
Aber wir alle kommen mit der Sehnsucht nach Risiko und Abenteuer zur Welt. Es ist in unserer DNA. Wir wurden von Gott in der Wildnis erschaffen, im Garten Eden (l. Mose 2,7). Vielleicht ist dies der Grund, dass du dich immer wieder nach einem neuen Abenteuer sehnst, aus dem grauen Alltag ausbrechen willst? Risiken halten uns am Leben. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass ohne Risiko und Abenteuer unser Herz stirbt.
Wenn du ganz tief in dich hinein horchst - hörst du die Sehnsucht nach Risiko rufen? 
Wann bist du das letzte Mal auf diese Stimme eingegangen? Wann hast du etwas getan, das Mut brauchte? Von dem du nicht sicher warst, ob es gut kommt oder in die Hose geht? Die Band Coldplay besingt es so: "If you never try, you'll never know!" - "Wenn du's nie versuchst, wirst du's nie wissen!"

Lebe deinen Traum!
Ich habe einen guten Bekannten, den ich sehr bewundere. Er ist Mitte 40, glücklich verheiratet, hat zwei Teenager, einen guten Job, ein Haus, ein Auto, ein Motorrad, ein Golfset ... Besser gesagt hatte er das all das. Im August 2013 traf er eine mutige Entscheidung. Er verkaufte alles und wanderte mit seiner Familie aus. Nicht in die USA. Auch nicht nach Spanien, Nach Kambodscha! Er und seine Familie begannen, ihren Traum zu leben. Sie starteten eine Kirche, die gesellschaftlich relevant und am Puls der Zeit ist. Das Risiko: Eine völlig andere Kultur, schwierige Sprache, niedriger Lebensstandard, drohende Krankheiten, keine Erfolgsgarantie.
Aber heute lebt er seinen Traum. Er ist Leiter einer großen Gemeinde die nicht für ihr großes Gebäude oder die Pralle Gemeindekasse bekannt ist, sondern für dich Menschen in dieser Gemeinde. Für Menschen, die Jesus bedingungslos nachfolgen. Die das leben, was sie glauben und dadurch ihre Dörfer bewegen.

Be brave!
Und ich habe noch eine wahre Geschichte für dich dabei: Es geschah um die Mitte des 19. Jahrhunderts in einem kleinen Dorf in Indien. In diesem Dorf lebte eine Familie, die zum Glauben Jesus kam. Die anderen Dorfbewohner waren darüber so aufgebracht, dass sich ein wütender Mob vor ihrem Haus versammelte. Die Leute zerrten die Familie auf den Dorfplatz und der Dorfälteste sagte zu dem Vater: "Wenn du und deine Familie diesem Glauben nicht abschwört, werdet ihr alle sterben!"
Der Mann wusste nicht, was er sagen sollte und was er tun sollte. Das einzige, was ihm in den Sinn kam, waren die Worte des Liedes, das er geschrieben hatte, als er sein Leben Jesus übergeben hatte. Er begann zu singen: "Ich bin entschieden, zu folgen Jesus. Niemals zurück, niemals zurück. Die Welt liegt hinter mir, das Kreuz steht vor mir. Niemals zurück, niemals zurück." Als er das sang, wurden seine Kinder ermordet. Man gab ihm eine zweite Chance. Diesmal stand das Leben seiner Frau auf dem Spiel. Doch der Mann sang weiter: "Auch wenn niemand mit mir geht, will ich dir folgen. Niemals zurück, niemals zurück."
Nach ihrem tragischen Tod hatte er eine letzte Gelegenheit, sein eigenes Leben zu verschonen. Doch er sang weiter: "Die Welt liegt hinter mir, das Kreuz steht vor mir. Niemals zurück, niemals zurück." Obwohl diese Familie an jenem Tag starb, geschah etwas bemerkenswertes. Etwas passierte im Herzen des Dorfältesten. Und eines Tages rief er die Einwohner des Orts an der gleichen Stelle zusammen. Er legte seinen bisherigen Glauben ab und erklärte, dass er nun selbst diesem Jesus nachfolgen will. Ein Jubel brach aus und viele folgten ihm. Das Evangelium breitete sich nicht nur in diesem Ort aus, sondern in der ganzen Gegend. Die Leute hatten echten Glauben gesehen. Und sie erfuhren, wie Gott wirklich ist. Durch eine Familie die glaubte und mutig war - selbst im Angesicht des Todes.

Gewinne das Leben
Wann immer wir mutig auf Gottes Stimme hören und seinen Willen tun, gehen wir ein Risiko ein. Gleichzeitig entscheiden wir uns fürs Leben. Das kann auch weniger spektakulär klingen. Die Auswirkungen sind allerdings immer weltbewegend. Da beginnt ein Mann für seine scheinbar hoffnungslose Ehe zu kämpfen. In seiner Entschiedenheit ist er ein eindrücküches Vorbild für seine Kinder. Da ist ein schwer kranker Mann, der trotz vernichtender Diagnose Gott vertraut und mit seiner positiven Lebenseinstellung andere motiviert.
Echte Nachfolger sind Menschen, die mutig auf Gott hören, mutig seinen Willen tun und gerade in den Alltäglichkeiten aufstehen und durchhalten. 
Echte Nachfolger sind stark! Wie reagieren wir, wenn wir mutig Gottes Willen tun und dabei das Ziel trotzdem verfehlen? Wie gehen wir mit Niederlagen um? Ein echter Follower von Jesus kann anderen und sich selbst vergeben. Dies kann er, weil er erlebt hat, wie Gott ihm vergeben hat. Das ist wirkliche Stärke. Es ist das Bewusstsein, dass ich selbst nicht so wichtig bin - dafür Gott umso wichtiger ist. Das ist innere Stärke, die von außen sichtbar wird.

Starke Nachfolger stehen zu ihren Schwächen und Fehlern
Immer wieder höre ich tragische Geschichten von Menschen im Burnout, Jugendliche die mit Depressionen und mangelndem Selbstwertgefühl zu leiden haben... Geschichten von Menschen, die über ihre Grenzen hinausgehen. Wir alle haben diese Tendenz. Manchmal versuchen wir, Stärke zu beweisen, indem wir wie Tiere arbeiten oder extra hart trainieren. Doch echte Stärke kommt von innen. Einige erkennen den Zeitpunkt, in dem sie die Notbremse ziehen müssen. Vielleicht warnt sie ein guter Freund und sie hören hin und lassen sich etwas sagen.
Stärke bedeutet, seine eigenen Grenzen zu akzeptieren- und zusammen mit Gott über sie hinauszuwachsen.
Es bedeutet, die Warnungen nicht zu ignorieren. Gleichzeitig bedeutet Stärke, sich auf Gott zu verlassen und mit ihm durchzustarten. Er macht die Dinge möglich, für die meine Ressourcen nicht ausreichen: "Dabei hilft uns der Geist Gottes in all unseren Schwächen und Nöten" (Römer 8, 26). Gott will Durchbrüche in unserem Leben schaffen. Er will mit uns Dinge reißen, die wir nie für möglich gehalten hätten. Durch den Heiligen Geist, der in uns lebt können wir die Welt verändern. Ich meine, die Kraft eines Schöpfers, dieselbe Kraft, die Jesus von den Toten auferstehen lies, liebt in dir und mir!

Vertrau auf Gottes Timing
Sich auf Gott zu verlassen, ist nicht immer einfach. Denn sein Timing ist nicht automatisch mein Timing. Stark bin ich, wenn ich weiß, dass Gottes Zeitplan perfekt ist und ich danach handle. Mal heißt das warten, ein anderes Mal heißt das Vollgas geben. Starke Nachfolger stehen zu ihren Fehlern und Schwächen. Sie wissen, dass Gott immer offene Arme und ein weites Herz für sie hat: Egal, wie tief sie gesunken sind. Egal wie schwer sie versagt haben.
Wer umgefallen ist, sollte nicht liegenbleiben, sondern Gott suchen! Wer einen Fehler gemacht hat, sollte sich nicht verstecken, sondern Gott entgegenrennen! 
Gott entgegenrennen kann ich, indem ich meine Schuld bereue und ihm meine Sünden bekenne. Gott umarmen kann ich, indem ich seine Vergebung annehme. Echte Nachfolger sind keinsfalls Menschen, die alles richtig machen, aber die wissen, dass Gott sie immer mit offenen Armen empfängt.

Gott kommt zum Ziel. Trotzdem.
"Für die Menschen ist wichtig, was sie mit den Augen wahrnehmen können; ich dagegen schaue jedem Menschen ins Herz." (1. Samuel 16, 7)
Gott liebt es, uns zu ermutigen, zu erfrischen und unseren Glauben zu stärken. Gott wird uns nie destruktiv, entmutigend oder beraubend begegnen. Gottes Ziel für dich und mich ist immer der Fortschritt. Gemeinsam Schritte zu gehen. Im Glauben und im Leben. Darum, egal, was Menschen dir sagen, halte fest an dem, was Gott dir sagt. Orientiere dich an seinen Gedanken und du wirst erleben, wie er mit dir zum Ziel kommt. 
Wie oft Menschen und unser Umfeld falsch liegen mit ihrer Einschätzung, sehen wir an den folgenden Beispielen: Beethoven, war ein berühmter Komponist. Sein Lehrer bezeichnete ihn als "hoffnungslosen Fall!“ Henry Ford, Gründer von Ford Automobiles, ging fünf Mal bankrott, bevor er Erfolg hatte. Walt Disney wurde von einer Zeitung aufgrund mangelnder Ideen gefeuert und ging mehrere Male bankrott, bevor er Disneyland erbaute. Thomas Edisons Lehrer sagten, er wäre zu dumm, um irgendetwas zu lernen. Später erfand er dann die Glühbirne. Enrico Carusos Eltern glaubten einem Gesangslehrer, der über ihren Sohn sagte, er habe keine Zukunft im Bereich der Musik, weil er überhaupt nicht singen könne. Caruso glaubte seinem Lehrer nicht und wurde einer der bekanntesten Opernsänger der Welt. Albert Einstein sprach nicht, bevor er vier war und konnte nicht lesen, bis er sieben war. Seine Lehrer beschrieben ihn als "geistig langsam, ungesellig und immer in seine törichten Träume abschweifend." Er wurde von der Schule gewiesen, und ihm wurde der Zugang zur Technischen Hochschule Zürich verweigert. Dann stellte er die Welt auf den Kopf.

Etliche Beispiele aus der Geschichte der Menschheit zeigen uns, dass nicht das Urteil von Menschen, nicht unsere Umstände, unsere Herkunft, Hautfarbe oder unser Geschlecht entscheidend sind, ob wir unsere Träume leben oder nicht. Schlussendlich ist es Gott, seine Gedanken und Pläne für dich und mich, die das letzte Wort haben. Darum, setze nicht auf das Urteil von Menschen und auf deine Umstände, sondern gib Gott und seinen Gedanken den ersten Platz in deinem Leben. Dann werden wir erleben, wie Gott trotz unserer Widerstände mit dir und mir Schritt für Schritt zum Ziel unseres Lebens kommt.
 
Gesucht: Echte Nachfolger
Diese Welt braucht mutige Nachfolger! Und wenn du ehrlich zu dir bist, willst auch du ein solcher Follower sein. Jeder von uns möchte am Ende seines Lebens zurückschauen und sagen können: "Ich war mutig. Ich war entschlossen. Ich bin wieder aufgestanden. Ich habe etwas bewegt. " Jeder möchte ein Erbe hinterlassen. Etwas, das uns überdauert. Darum: Geben wir nicht auf! Werden wir nicht müde, Gottes Stimme ehrlich zu suchen! Bemühen wir uns mit aller Kraft, Jesus nachzufolgen. Raufen wir uns nach Niederlagen wieder zusammen. Nehmen wir Hilfe in Anspruch, wenn wir alleine nicht weiterkommen. Stehen wir wieder auf! So werden wir als Helden in die Geschichte eingehen. Vielleicht finden nicht alle einen Platz in den Geschichtsbüchern, aber sicher in den Herzen der Menschen. Und worauf es am meisten ankommt: Wir finden einen Platz in Gottes Herzen. Denn alles, was wir mit Gott tun, hat Ewigkeitswert! "Gott wird jedem den verdienten Lohn geben" (Epheser 6,8a). Gott hat einen Plan für dein Leben. Er will ein Abenteuer mit dir erleben. Nimm die Herausforderung an! 

Adventure awaits
Leider glauben immernoch so viele Menschen, wie ich ich damals, Jesus nachzufolgen bedeutet Langeweile, bloß kein Risiko eingehen. Aber darf ich dir etwas sagen? Nachfolge ist so viel mehr! Da sind Höhen und Tiefen. Glaube und Zweifel. Mut und Angst. Erfolge und Fehlschläge. Kraft und Erschöpfung. Ich fühle mich am Anfang, von dem was Gott mir zeigen möchte. Am Anfang der Reise, die Gott entworfen hat (vgl. Epheser 2,10). Und ich freue mich, genau diese Reise gehen zu dürfen.
Nicht selten sehe ich die Zukunft unklar. Da ist Nebel, Unsicherheit und häufig auch die fehlende Kraft, einen nächsten Schritt zu gehen. Und doch schenkt Gott mir immer wieder eine unfassbare Ermutigung: Selbst wenn du im Nebel nur einen Schritt weit sehen kannst, kannst du ihn gehen, um danach einen neuen zu sehen. Es geht nicht darum, heute anzukommen, sondern heute einen kleinen Schritt in die richtige Richtung zu gehen. Es geht um Vertrauen. Es geht darum, nicht aufzugeben, sondern weiterzugehen. Immer weiter. Heute stärker als gestern. Mit jedem Schritt im Vertrauen wirst du mehr sehen. Das hat Nebel so an sich. Nur wer weiter geht, wird weiter sehen.
Vertraue. Und gehe den nächsten Schritt.
Und wenn ich dann wieder im Nebel stehe, habe ich eine Landkarte voller Dankbarkeit in meinem Herzen, auf der ich sehe, wie Gott mich in der Vergangenheit geführt hat. Ich kann dankbar sein und vertrauen.
Echte Nachfolge ist ein Abenteuer. Eine Reise ins Umbekannte, in der jeder Schritt voller Risoko steckt, auf der du aber auch gleichzeitig nie tiefer fallen kannst, als in Gottes liebende Hände. Die Reise deines Lebens. Und sie beginnt jetzt! Ja genau jetzt!
"Der, der euch beruft, ist treu; er wird euch ans Ziel bringen." (1. Thessalonicher 5, 24)
Und was ist dein nächster Schritt?

Be blessed
Manuel 


Bildquelle: http://ligaviewer.com/yesheis_

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