Your love is relentless

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Wenn Gottes Liebe in dein Leben kommt

Ich habe das Gefühl viele haben es echt satt: Immer dieses "Jesus liebt doch..." Irgendwie ist das für uns schon normal geworden. Aber ich glaube, das hat viel damit zu tun, dass wir das mit der Liebe noch nicht begriffen haben. Ich glaube, Gott hält so viel mehr für dich bereit als du glaubst. So viel mehr als dir die Welt geben kann. Bedingungslose Liebe. Unglaublich - aber wahr!
 
Hey du,
als ich 4 Jahre als war, war ich mit meinem Dad im Schwimmbad, wo es eine absolut abgefahrene Rutsche gab. Das Problem: "Mindestalter 6 Jahre". Wenn es etwas gibt, was mich im Leben aufregt ist das zu warten. Sollte ich jetzt etwas allen Ernstes warten bis ich sechs bin? Aber weißt du was mein Dad zu mir gesagt hat: "Junge, rutsch! Hab keine Angst, ist warte unten und fang dich auf. Und jetzt go for it!" Man, ich hab einfach den besten Dad. Also lief ich kleiner Fratz voller Vorfreude die Treppen zur Rutsche hoch. Oben steht der Bademeister, mir egal, ich stolzierte zur Rutsche, bis mich seine strenge Stimme stoppte: "Sag mal, wie alt bist du eigentlich?" Und ich so: "Manuel." "Wie alt du bist!" "Manuel Simon Ehnis." Was wollte der von mir? Ich will doch einfach nur rutschen. "Ich will nicht wissen, wie du heißt, sondern wie alt du bist! Und weißt du, was ich gesagt hab? "4", und bin gerutscht. Weil ich wusste, dass mein Vater gesagt hat: "Rutsch! Ich steh unten und fang dich auf." Weil ich wusste, dass er mich liebt und mich nie im Stich lassen würde. Was das alles mit deinem Leben zu tun hat? Let´s go!

Love in all its ways
In der Bibel gibt es einige megasteile Aussagen zum Thema Liebe. "Denn Gott hat uns den Heiligen Geist gegeben und hat unser Herz durch ihn mit der Gewissheit erfüllt, dass er uns liebt." (Römer 5, 5)
Die Frage ist, was hier "Liebe" bedeutet. Handelt es sich dabei um die Schmetterlinge im Bauch? Um das berühmte Kribbeln, das dich am Rad drehen lässt? Im griechischen gibt es drei Worte für Liebe. Eros, philia und agape.
Die erotische Liebe, der eros, ist hier sicher nicht gemeint. Auch nicht die freundschaftliche, menschliche Liebe, die philia. Philia bedeutet "liebhaben, jemandem wohlgesinnt sein". Wenn ich dich frage, was du liebst, sagst du: "Ich liebe Pizza!", "Ich liebe meinen Wellensittich!", "Ich liebe es, wenn man mir den Rücken massiert." Oder schließlich: "Ich liebe meine Freundin."
Die Liebe, von der die Bibel spricht, ist weder eros noch philia. Das Wort, das hier verwendet wird, heißt agape. "Agape"-Liebe ist die von einer Person ausgehende, einseitige Liebe. Bedingungslose Liebe die an nichts geknüpft ist. Liebe ohne Grund. Einfach so.

Gott hat sich bereits entschieden
"Ich bitte ihn, dass ihr zusammen mit der ganzen Gemeinschaft der Glaubenden begreifen lernt, wie unermesslich reich euch Gott beschenkt. Ihr sollt die Liebe erkennen, die Christus zu uns hat und die alle Erkenntnis übersteigt." (Epheser 3, 18-19)
Weshalb müssen wir die Liebe Gottes "begreifen" und "erkennen"? Praktisch jeden Tag höre ich immer dieselbe Frage: "Nach allem, was ich getan habe als gläubiger Mensch, liebt Gott mich noch?" So oft habe ich den Heiligen Geist gehört: 'Tu es nicht!', und ich habe es trotzdem getan. Ich habe also bewusst gesündigt. Und jetzt bereue ich es. Deshalb komme ich zu Jesus und heule: 'Jesus, es tut mir leid!' Liebt mich Gott noch, nach allem, was ich getan habe? Kann Gott noch an mich glauben? Baut Gott noch einmal auf mich?
Ich will dir etwas Radikales erklären. Als Jesus am Kreuz von Golgatha hing, war das kein eros-Gefühl. Schmetterlinge waren da fehl am Platz, und Jesus hatte kein Kribbeln im Bauch. Er spürte auch sicher keine philia-Liebe, etwa: "Ich mag das Kreuz eigentlich ganz gerne." Als Jesus am Kreuz hing, musste er sich ins Gesicht spucken lassen. Er hielt sein Antlitz hin, um dir damit zu sagen: "Meine Liebe ist einseitig. Sie basiert auf einer Entscheidung - für dich! Nicht weil dein Lifestyle so toll, dein Heiligenschein so riesig ist, sondern einfach, weil ich mich für dich entschieden habe."

Ich glaube, wir haben die Liebe noch nicht begriffen
Ich habe das Gefühl viele haben es echt satt: Immer dieses "Jesus liebt doch..." Irgendwie ist das für uns schon normal geworden. 
Aber ich glaube, das hat viel damit zu tun, dass wir das mit der Liebe noch nicht begriffen haben. Und irgendwie hört sich das ja auch immer so romantisch an: Jesus ist für dich gestorben. Aber so war es nicht. Es war nicht romantisch. Jesus ist jämmerlich verreckt. Weißt du was passiert, wenn man da am Kreuz hängt? Wenn jeder einzelne Knochen bricht? Wenn du entweder erstickst, verblutest oder beides auf einmal? Der Tod am Kreuz hat absolut nichts mit Romantik zu tun. Es ist ein jämmerliches Verrecken. Und Jesus hat gelitten, er hat geschrien, er hat geweint, er hat die Hoffnung verloren (Matthäus 27, 46). Er hatte Angst zu sterben. Aber er ist nicht von Kreuz herabgestiegen. Er hätte es können. Er hätte alle platt machen können. Aber er tat es nicht. Weil er wusste, dass sein Tod die einzige Möglichkeit war, wie er dich retten konnte. Und das wollte er. Weil er die liebt. Unendlich liebt. Er hat alles für dich aufgegeben, weil du ihm alles bedeutest.

Liebe, die sich hingibt
Lass mich die Aspekte dieser bedingungslosen agape-Liebe Gottes anhand der Stationen, die Jesus in der Nacht, als er verraten wurde, durchlitt, veranschaulichen und vertiefen.
Als die römischen Soldaten Jesus die Dornenkrone aufdrückten, sagte Jesus damit: "Noch nie in meinem Leben habe ich schlecht über dich gedacht." Die Bibel nennt den Teufel den Ankläger der Menschen die gläubig sind. Jeden Tag kommt er vor Gott: "Hallo, ich bin hier wegen Peter. Er hat heute wieder gesündigt." Aber Gott sagt darauf: "Ich bin nicht blind, ich hab's gesehen. Du kannst mir diese Geschichte noch tausendmal auftischen, und sie mag noch tausendmal wahr sein. In meinen Gedanken gibt es keinen Raum für auch nur einen einzigen negativen Gedanken über ihn. Mein Sohn hat für ihn bezahlt. Peter ist aus dem Schneider. Du kannst dich vom Acker machen."
Als Jesus mit 39 Peitschenhieben gefoltert wurde, drückte er damit aus, dass er den Rücken für dich hinhält, für alles, was du im Verborgenen getan hast. 
Als man Jesus die Hände mit Nägeln durchbohrte, bekannte er damit: "Für all deine öffentlichen Sünden, wo du meinen Namen durch den Schmutz gezogen hast, stehe ich öffentlich zu dir. Ich vergebe dir. Als mir Nägel durch die Füße gerammt wurden, wollte ich dir damit sagen: Egal, welchen Weg du gehst, ich habe mich zu dem Weg der Vergebung entschieden - für dich. "Gott hat den Schuldschein, der uns mit seinen Forderungen so schwer belastete, eingelöst und auf ewig vernichtet, indem er ihn als Kreuz nagelte." (Kolosser 2, 14)

Bedingungslose Liebe
Weshalb müssen wir "erkennen", weshalb "begreifen"? Weil der Tod von Jesus am Kreuz keine eros-Liebe war, auch keine philia-Liebe, sondern reine, bedingungslose agape-Liebe: "Ich habe mich für dich eintschieden, egal, was du getan hast, was du gerade tust und was du noch tun wirst. Meine Liebe ist unabhängig davon, wie du lebst. Ich liebe dich weil du der bist der du bist. Mein geliebtes Kind, der Mensch, den ich geschaffen habe, und für den ich einen wunderbaren Plan habe. Deshalb liebe ich dich."
Der Heilige Geist gießt diese Liebe Gottes in dich aus. Und wenn du Gott nachfolgst, steckt da tief in dir dieses Bewusstsein, dass da mehr ist. Dass du geliebt bist, egal, was du tust.

Die Liebe eines Vaters
Stell dir vor, du wärst frisch Vater oder Mutter geworden. Würdest du dein Kind lieben? Es holt dir kein Bier aus dem Keller und putzt auch nicht dein Auto. Weißt du, was Kinder tun? Sie wecken dich jede Nacht zu extrem ungünstigen Zeiten. Sie füllen die Windeln mit einem unglaublichen Wohlgeruch. In den ersten Jahren bringt dir ein Kind nicht wirklich viel. Später kosten sie nur, und dann ziehen sie aus. Wenn du Pech hast, auf Nimmerwiedersehen.Aber jeder Vater und jede Mutter, wenn du sie fragst, wieso sie ihre Kinder lieben, sagen: "Ja, äh, sie sind eben meine Kinder."
Eltern stehen zu ihren Kindern. Weshalb? Ah ... es ist einfach so.
Wenn du das Gefühl hast, dass Gott dich nicht mehr liebt, dass er nicht mehr auf dich baut, dann hast du Gottes Prinzip nicht verstanden. 
Er liebt dich nicht aufgrund dessen, was DU bist, sondern aufgrund dessen, wer ER ist - der Gott, der für dich gestorben ist und dir damit ein für alle Mal vergeben hat. 
Hier eine Liste von Lügen, die wir zu glauben geneigt sind:
• Um geliebt zu werden, muss ich gut aussehen. - Fehlanzeige.
• Um geliebt zu werden, muss ich im Leben Erfolg haben. - Fehlanzeige.
• Um geliebt zu werden, muss ich viel besitzen. Fehlanzeige.
• Um geliebt zu werden, muss ich gebildet sein. Fehlanzeige.
• Um geliebt zu werden, muss ich Karriere machen. - Fehlanzeige.
• Um geliebt zu werden, muss ich viel beten und Bibel lesen. - Fehlanzeige.
• Um geliebt zu werden, muss ich großzügig sein. Fehlanzeige.
Lass mich dir was sagen:
Dieses Wenn-dann-Konzept, "Wenn ich das und das bin und wenn ich das und das tue, dann bin ich geliebt", ist ein menschliches Konzept.
Gott hat etwas Größeres für dich bereit. Bedingungslose Liebe. Die Liebe eines Vaters. Liebe nicht weil du bist der du bist, sondern weil er ist der er ist. Der Gott der für dich gestorben ist und dir damit einfür alle Mal vergeben hat.

Liebe ohne Leistung
Vor ein paar Wochen habe ich mich mit einem guten Freund zum Beten getroffen und wir sprachen über unser Leben als Christen. Wir haben uns gegenseitig hinterfragt, warum wir bestimmte Dinge für Jesus machen und was unsere Motivation ist, die Beziehung zu Gott zu pflegen. Nach einem eher pflichtgemäßen Gebet hat Gott mir den Bibeltext Lukas 10, 38-42 gezeigt und mich damit echt umgehauen. Jesus ist bei Maria und Marta zu Besuch. Marta arbeitet und Maria hört auf zu arbeiten - um zuzuhören. Zack! Da hängt auch schon der Haussegen schief und Marta fragt Jesus: "Stört es dich eigentlich nicht, dass Maria nicht mehr hilft?" Irgendwie gibt es hier einen Konkurrenzkampf zwischen Liebe und Leistung. Da ist Marta, die mit liebevoller Leistung herumrennt und arbeitet. Und Maria, die ihre Arbeit unterbricht, Jesus zuhören möchte und damit ihre Liebe zeigt. Ich gehe davon aus, dass Marta aus Liebe gastfreundlich war. Doch es scheint mir, dass sich ihre Liebe für Jesus in Leistung für Jesus geändert hat: Dadurch wird sie unzufrieden mit der Leistung von Maria, sie macht ihr Vorwürfe und verliert den Blick für das Wichtigste. Wie Jesus reagiert? Er zeigt Marta liebevoll, dass sie andere Prioritäten wählen kann. Das fordert mich heraus.
Jesus geht es nicht darum, was wir leisten, sondern darum, dass wir in Beziehung mit ihm Leben. Er liebt uns. Bedingungslos. Unabhängig unserer Leistungen.

Love me!
Den lieben langen Tag laufen wir unbewusst mit einem Schild "Liebe mich!" vor der Brust herum. "Liebe mich! Mach mir Komplimente! Massiere mich ein bisschen! Kraule mich ein wenig! Folge mir bitte! Auf Facebook und Twitter! Irgendetwas, irgendjemand, love me!" Wenn du nicht glaubst, dass Gott dich liebt, hast du unsichtbar eine solche Tafel umhängen, und du hast einen Riesenstress auf der Suche nach dem nächsten Schuss Liebe. Die Welt verarscht dich jeden Tag. Täglich wird dir die Message präsentiert: Wenn du nicht wie so und so aussiehst, wenn du nichts leistest, dann bist du nicht wertvoll für die Welt. An jedem Tag, an dem uns Gott nicht mit diesem Geschenk beschenkt - dass er uns bedingungslos liebt -, suchen wir nach Anerkennung bei Menschen. 
Ich will dir eine Frau aus dem Alten Testament vorstellen. Ihr Name war Lea. Jakob hatte zwei Frauen: Die beiden Schwestern Lea und Rahel. Nicht dass dies eine Glanzidee von Jakob war, gerade beide zu heiraten, sie wurde ihm vielmehr von seinem Schwiegervater aufgedrückt (nachzulesen in l. Mose 29, 10). In Wirklichkeit hatte Jakob nur Augen für Rahel. Lea, die Ungeliebte, lief mit einem Schild herum: "Jakob, liebe mich! Jakob, sage mir, wie wertvoll ich bin!" Sie sagte sich: "Wenn ich einen Sohn bekomme, freut sich Jakob bestimmt über mich..." Den ersten Sohn nannte sie Ruben: Gott sieht! - "Gott hat mein Elend gesehen; jetzt wird mich mein Mann lieben" (l. Mose 29, 32). Überlege mal: "Jetzt liebt mich Jakob sicher, denn ich habe etwas produziert!" Aber Jakob hat Lea deswegen nicht mal mit dem Rücken angeschaut. Ihren zweiten Sohn nannte sie Simeon: Gott hört! - "Gott hat gehört, dass ich nicht geliebt werde" (l. Mose 29, 33). Eine Reaktion Jakobs in Richtung Liebe? Fehlanzeige. Den dritten Sohn nannte sie Levi: Zuwendung. "Jetzt wird sich mein Mann mir endlich zuwenden" (l. Mose 29, 34). Aber aller guten Dinge sind drei. Jakob hat immer noch nur Augen für Rahel. Ihren vierten Sohn nannte sie Juda: Anbetung! "Ich will Gott anbeten" (l. Mose 29, 35). Da hat's Klick gemacht bei Lea. Sie sagte: "Von jetzt an, egal wie Jakob reagiert, will ich Gott anbeten für alles, was ich bin und habe." Lea legte das "Liebe mich!"-Schild ab. Ich glaube es ist an der Zeit, dass auch wir dieses Schild ablegen und erkennen, dass wir geliebte Kinder Gottes sind.

Gott ist die Liebe und er liebt dich!
Während du das hier liest, schaut dir Gott über die Schulter, doch für dich kann es sich anfühlen, als würde er irgendwo im Weltall umherschwirren. Trotzdem ist er da und er will eine Beziehung zu dir. Sich für ihn zu entscheiden, bedeutet, die innere Distanz zu überwinden und Nähe zuzulassen. Diesen Vertrauensschritt kannst du nur gehen, wenn du von Gottes Wesen und seiner Liebe so tief berührt wurdest, dass es etwas in dir auslöst. Dass du nach seinem Vorbild leben und diese Liebe anderen weitergeben willst. Vielleicht ist heute der Moment an dem du neu darüber nachdenkst, was der Gott aus der Bibel dir zu sagen hat. Und ich möchte es dir kurz sagen: Er liebt dich!
Und das möchte ich dir heute mit in den Tag geben: Dass deine Entscheidung, egal wie sich ausfällt, nichts an Gottes Entscheidung für dich ändert. Er liebt dich und er steht jeden Tag mit offenen Armen da und wartet auf dich.


Wie entscheidest du dich?



Be blessed
Manuel


Bildquelle: http://ligaviewer.com/yesheis_

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