Ich bin nicht du und das ist gut so

Lesedauer: 6min

Dich mit anderen zu vergleichen ist zerstörerischer als du dir vorstellen kannst

"Du selbst zu sein, in einer Welt, die dich ständig anders haben will, ist die größte Errungenschaft." (Ralph Waldo Emerson) 
Ständig vergleichen wir uns mit anderen. Und immer wieder erlebe ich, dass uns das stehen bleiben lässt auf unserem Weg und auch in unserer Nachfolge. Ich will dich heute herausfordern endlich aufhören dich mit anderen zu vergleichen und anzufangen, der zu sein, der du bist. Dein wahres Ich. Sicher nicht perfekt aber echt! Sei der, als den Gott dich geschaffen hat. Sei du selbst. Sei ein Wunder! Denn ich bin nicht du. Und du bist nicht ich. Und das ist gut so.

Hey du,
mir fehlen die Worte. Nein wirklich, ich habe das Gefühl, ich habe heute einfach mal nichts zu sagen. Keine großen Worte. Keine schwungvollen Reden. Keine tollen Gedanken. Keine tiefen Emotionen. Nichts, was mir wichtig oder gut genug erscheint. Es gibt natürlich unglaublich viele Dinge, die mich beschäftigen. Zum Beispiel, warum Mathe so kompliziert sein muss? Aber ein ganzer Beitrag darüber? Heute? Puh... mir fehlen einfach die Worte.
Aber trotzdem will ich dich inspirieren und dir Tipps geben, wie du ganz praktische Schritte gehen kannst. Im Glauben und im Leben. Damit du dich freust und dein Tag noch schöner wird. Aber wenn ich ehrlich bin, hab ich heute Angst, dass du meine Beiträge doof findest. Wenn ich ehrlich bin, vergleiche ich mich in letzter Zeit viel zu oft und habe Angst, dass ich weniger beliebt bin. Ich will, dass du mich magst. Und ich will, dass meine Beiträge dir helfen, dich weiterbringen. Und das macht mir manchmal ganz schön Druck.

Das Gefühl nicht gut zu sein
Wenn ich versuche, etwas aufzuschreiben, dann denke ich an all die Beiträge von anderen Bloggern, denke daran, wie gut sie sind, wie gut sie ankommen und ich bekomme noch weniger Worte zusammen. Meine ganze kreative Schreibwut reduziert sich dabei von überragender-bezaubernder-weiser-Wortkunst auf sprachlos. Nicht so gut als Blogger, was? Am liebsten würde ich heute einfach nichts sagen. Ich wünschte, ich könnte einfach den Tag überspringen und so tun, als wäre ich einfach mal einen Tag keine Blogger. Morgen bin ich dann wieder dabei. Aber heute, da will ich mich einfach mal in Luft auflösen. Und doch will ich dir genau davon erzählen. Weil ich das Gefühl habe dass es uns oft so geht. Und weil ich immer wieder erlebe, dass uns das stehen bleiben lässt auf unserem Weg und auch in unserer Nachfolge.
Weißt du, in letzter Zeit erkenne ich immer wieder, wie negativ ich manchmal über mich selbst denke. Wenn ich ganz ehrlich bin, bin ich darin nämlich ziemlich gut: Ich kann mir stundenlang selbst einreden, dass ich nicht wertvoll genug bin, nicht hübsch oder clever genug, nicht fleißig genug, nicht demütig genug... Schade, dass meine Laune oft davon abhängt, ob ich im Gegensatz zu anderen schöner, besser, sportlicher, erfolgreicher bin. Ich wünsche mir, dass diese negativen Gedanken verschwinden und ich einfach zufrieden sein kann. Doch manchmal scheint der Weg dort hin einfach zu lang und zu schwer.

Vergleichen verboten
Aber in den letzten Tagen wurde mir erneut bewusst, dass ich das nicht mehr will. Ich will mich nicht mehr vergleichen. Denn diese Angst, nicht zu genügen, steht mir ständig im Weg.
Mich mit anderen zu vergleichen hindert mich daran, wirklich zu dem zu werden den Jesus in mir sieht, weil ich damit beschäftigt bin, so zu werden wie der muskelbepackte Typ in der Bahn neben mir... Ich bin damit beschäftigt, mein Geld die hippen Klamotten auszugeben um ja nicht langweilig, spießig oder gar out zu sein. Nein, natürlich meine ich damit nicht, dass ich mit all dem aufhören werde. Denn das Problem sind nicht die tollen Klamotten, die schönen Schuhe... das Problem sitzt viel tiefer. Es ist die Angst nicht zu genügen, nicht auszureichen, nicht mithalten zu können, nicht so wertvoll zu sein, wie all die anderen da draußen.
Die wirkliche Angst die ich habe ist, ich zu sein. Denn manchmal wäre ich viel lieber so wie du.
 Denn was ist, wenn Ich-sein bedeutet, dass ich von manchen Menschen einfach nicht angenommen werde? Was, wenn Ich-sein heißt, dass ich weniger geliebt werde? Und deswegen bin ich oft so streng zu mir selbst und meckere an mir rum, kritisiere mich. Erst gestern Abend habe ich einen Witz gemacht, den ich ihm Nachhinein nicht mehr so ganz angebracht fand. Und den ganzen Abend habe ich mich gefragt, ob die anderen am Tisch jetzt weniger von mir halten, mich weniger mögen... Und in solchen Moment merke ich, wie schnell ich an mir zweifle.

Deine Gedanken sind wichtiger als du denkst
Als ich mich in den letzten Tagen dabei erwischt habe, wie sehr ich mich im Moment vergleiche, habe ich mich dazu entschieden, endlich damit aufzuhören. Ich habe mich entschieden ich selbst zu sein und ich entscheide mich heute dazu, mich nicht von meinen Ängsten, negativen Gedanken und Sorgen bestimmten zu lassen. Und vielleicht ist es das, was ich im Moment am meisten lernen muss: Meine negativen Gedanken endlich loszulassen. Denn obwohl diese Gedanken gar nicht gut sind und mich eigentlich nur aufhalten, habe ich mich an sie gewöhnt. Sie sind zur Gewohnheit geworden und irgendwie ist es auch schwer mich anzunehmen so wie ich bin. Das fühlt sich ganz schön wackelig und neu an. Und es wird immer wieder Menschen geben die mich ablehnen. Denn so ist nun mal diese Welt. Aber trotzdem möchte ich mich neu dazu entscheiden, nicht so zu sein wie du. Sondern so zu sein wie ich. Mit dem Risiko, nicht so beliebt, nicht so bewundernswert, nicht so erfolgreich zu werden wie du.

Richte dich nicht nach der Welt
Eine chinesisches Sprichwort sagt Folgendes: "Achte auf deine Gedanken, denn sie werden zu Worten. Achte auf deine Worte, denn sie werden zu Handlungen. Achte auf deine Handlungen, denn sie werden zu Gewohnheiten. Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter. Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal."
Die Bibel sagt: "Richtet euch nicht länger nach den Maßstäben dieser Welt, sondern lernt, in einer neuen Weise zu denken, damit ihr verändert werdet und beurteilen könnt, ob etwas Gottes Wille ist - ob es gut ist, ob Gott Freude daran hat und ob es vollkommen ist." (Römer 12, 2)
Welchen Dingen wir Einlass gebieten in unsere Gedankenwelt ist bedeutsamer als wir oft denken. Denn es prägt dein ganzes Sein. Römer 12, 2 sagt, dass wir lernen müssen, in einer neuen Weise zu denken. Lernen passiert nicht einfach so. Wenn du etwas lernen willst, dann investierst du Zeit, du trainierst um eine Fähigkeit zu erlernen. Du verzichtest auf andere Dinge, damit du Zeit hast um das zu lernen, was du lernen willst. Das müssen wir verstehen, wenn wir uns nicht länger nach den Maßstäben dieser Welt ausrichten wollen, sondern in unserem Denken und Sein verändert werden wollen.
Ich will mich endlich ganz annehmen so wie ich bin, weil Jesus sagt, dass er mich so wollte wie ich bin. 
Und wenn ich das wirklich will, ist die einzig logische Konsequenz, dass ich mich mit dem beschäftigen muss, der mich gemacht hat: mit meinem Schöpfer. Gott selbst. In Jesaja 64,7 steht: "Aber nun, Herr, du bist doch unser Vater! Wir sind Ton, du bist unser Töpfer, und wir alle sind deiner Hände Werk."

Ein Original, keine Kopie
Jesus kannte mich, bevor irgendjemand auch nur von meiner Existenz wusste. Er hat mich geplant, mich gemacht, mich gewollt. Jesus kannte dich, bevor irgendjemand auch nur von deiner Existenz wusste. Er dich geplant, dich gemacht, dich gewollt. Er kennt uns. Dich und mich. Er hat uns geformt, mit viel Liebe, Geduld, Weisheit, hat uns geplant, sich jedes Detail an uns ausgedacht und uns so kreiert wie wir heute sind.
Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam entdecken, wie sehr Jesus uns wollte und will. Schluss mit Vergleichen. Hallo zur Selbstliebe. Denn ich bin nicht du. Und du bist nicht ich. Und das ist gut so. Jesus wollte uns so, wie wir sind. Wir entsprechen seinem perfekten Plan. Und jeden Tag, an dem wir ihn besser kennenlernen, kommen wir uns selbst auch ein Stückchen näher. Denn wenn nicht der Schöpfer, der Erfinder, der Designer sein Meisterstück von Kopf bis Fuß kennt, wer dann?
Letzte Woche auf einem Worshipabend haben wir ein altes aber wunderschönes Lied gesungen: Wo ich auch stehe, du warst schon da. Wenn ich auch fliehe, du bist mir nah. Was ich auch denke, du weißt es schon. Was ich auch fühle, du wirst verstehen. Und ich danke dir, dass du mich kennst und trotzdem liebst. Und dass du mich beim Namen nennst und mir vergibst. Herr, du richtest mich wieder auf, und du hebst mich zu dir hinauf.

Geliebt. Trotzdem!
Ja, ich danke dir, dass du mich kennst und trotzdem liebst. Jesus kennt uns. Und er liebt uns trotzdem. Er weiß um unsere Gedanken. Er weiß um meine Angst nicht zu genügen. Er kennt auch meine Ecken, Kanten, dunklen Flecken. Und er liebt mich trotzdem. Er liebt dich trotzdem. Es gibt also keinen Grund nicht Ich zu sein. Denn Jesus weiß um alles und schenkt mir und dir seine Liebe im Überfluss. Dieses Lied hat mich neu daran erinnert, wie sehr Jesus mich will, liebt und kennt. Und ich bin dankbar, dass er mich versteht, meine Sorgen nicht abwertet sondern mir neu seine Liebe zusprechen will.
Deshalb entscheide ich mich, meine Gedanken von heute an wieder mit Positivem, mit Wertvollem, mit Lebenserhaltendem zu füllen. Ich will mir in meinem Alltag wieder Zeit nehmen für Jesus, für seine Gedanken, für seine Liebe und meine negativen mit seinen guten Gedanken austauschen. Um ein Follower von Jesus sein zu können, der andere nicht beneidet, sondern bedingungslos liebt. Ich will ein Mann sein, der andere ermutigt sie selbst zu sein, denn es gibt doch schon genug negatives auf dieser Welt. Lasst uns eine Community sein, in der Neid, abwertende Gedanken, Lästereien und negative Gedanken keinen Platz haben sondern Jesus der Maßstab aller Dinge ist. Und Jesus ist so viel besser als neue Klamotten, teure Häuser, große Autos, mega Jobs, perfekte Körper und weise Worte. Jesus ist Leben. Mehr brauchen wir nicht.

Challenge: 3 Schritte um das Vergleichsdenken zu überwinden

Lasst uns als ON4U-Community aufhören uns zu vergleichen. Lasst uns die Wunder sein, die Gott in uns geschaffen hat. Lasst uns mutig Schritte gehen und andere ermutigen und ihnen zeigen, dass Gott sie liebt. So wie sie sind. Trotzdem. Hier sind 3 plus 1 Schritte, die mir immer wieder helfen:

Schritt 1: Vergleichen geht nicht ohne zu sündigen, auch wenn du das Gefühl hast, bei jedem Vergleich zu verlieren. Deshalb ist der erste Schritt zur Freiheit auch immer das Eingeständnis, dass es falsch ist auf diese Art über uns und andere zu denken. Bitte Gott um Vergebung dafür, dass du dich selbst und andere bewertet hast und bitte ihn, dir seinen Blick zu geben.

Schritt 2: Wenn du jemanden siehst und du merkst, du willst dich vergleichen: Durchatmen. Annehmen, dass jemand vor dir steht, der vielleicht eine Eigenschaft oder ein körperliches Merkmal hat das du dir wünschst. Das darf sein. Jemand anders darf so sein, auch wenn du es nicht bist. Lerne Unterschiede zwischen dir und Menschen wahrzunehmen ohne sie zu bewerten und eine Rangfolge aufstellen zu wollen. Dein Wert hängt nicht davon ab. Gott wollte dich genauso haben wie du bist.
Aufhören sich zu vergleichen heißt nicht, dass wir blind werden für unsere Umwelt oder dass wir ab jetzt so tun, als wären wir alle in allem absolut gleichgut. Wenn wir aussteigen aus dem Vergleichen bedeutet das, dass wir uns selbst und andere durch Gottes Blick sehen. Es bedeutet anzuerkennen was ich kann und was nicht. Anzuerkennen, dass es tatsächlich Menschen gibt und immer geben wird die tatsächlich Sachen besser können als ich. Und dass das ok ist so.

Schritt 3: Sprich aus, dass dein Wert nicht von anderen abhängt. Du musst nicht darum kämpfen zu genügen. Du bist nicht geliebt für das was du kannst oder wie du aussiehst. Du bist geliebt und wertvoll, weil Gott dich geschaffen hat und sich für dich entschieden hat. Du bist wunderschön, intelligent, mutig und talentiert. Lass nicht mehr zu, dass du wegen irgendjemanden an dir selbst zweifelst!

Be blessed
Manuel


Bildquelle: http://ligaviewer.com/youversion

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