Happy Day

Lesedauer: 5min

Von der Freude an Gott

Hast du dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, warum Gott uns Freude in der Bibel nicht nur empfiehlt, sondern befiehlt? Hast du dir schon einmal überlegt, warum die Freude viel ansteckender ist als eine ernste Miene und große Sorgenfalten auf der Stirn? Und ist Spaß eigentlich das gleiche wie Freude? Wie toll wäre es, wenn wir als ON4U-Community der Freude viel mehr Raum geben würden und uns immer häufiger mitten im Alltag dazu entschließen, Gott zu genießen, aber auch mit Gott zu genießen.

Hey du,
kennst du das bedrückende Gefühl, dass ein vorbildlicher Lifestyle als Christ zwangsläufig bedeutet, sich von allen schönen, kreativen und lustigen Aktivitäten des Lebens verabschieden zu müssen? Kein Tanzen. Keine knallenden Partys. Kein Spaß. Keine Action. Keine spontanen Alltagsabenteuer.
Dann will ich dir heute sagen: Das ist Quatsch. Denn die Bibel zeichnet ein ganz anderes Bild: "Weinen hat seine Zeit wie auch das Lachen. Klagen hat seine Zeit wie auch das Tanzen. Steine zerstreuen hat seine Zeit wie auch das Sammeln von Steinen. Umarmen hat seine Zeit wie auch das Loslassen." (Prediger 3, 4-5)
"Freut euch im Herrn. Ich betone es noch einmal: Freut euch!" (Philipperbrief 4, 4)
Oft habe ich den Eindruck, dass Menschen ohne eine Gottesbeziehung mehr Spaß, Freude und Ausgelassenheit in ihrem Leben ausstrahlen als Christen! Zahlreiche Christen machen auf mich dagegen einen sehr bedrückten, deprimierten, niedergeschlagenen und verunsicherten Eindruck. Ich frage mich, ob sie die größte Freude und Hoffnung der Weltgeschichte in ihrem Alltag überhaupt je erlebt haben - dass Jesus (in ihnen) lebt!
"Und das ist das Geheimnis: Christus lebt in euch! Darin liegt eure Hoffnung: Ihr werdet an seiner Herrlichkeit teilhaben." (Kolosserbrief 1, 27)

From the inside out
Echte Freude kommt nur selten von außen. Sie kommt vielmehr von innen und ist dadurch völlig losgelöst von deinen äußeren Lebensumständen.
Das größte Abenteuer deines Lebens liegt nicht bereits hinter dir oder noch vor dir. Es steckt jeden Tag in dir - Jesus in dir!
Als Christen haben wir allen Grund dazu unbeschwert, fröhlich, zufrieden, großzügig, dankbar und ermutigend für andere zu leben. Gottes Schatzkammer ist randvoll mit Geschenken für dich und dein Leben. Er will dir einzigartige Wege, Chancen und Möglichkeiten zeigen, die gut, abenteuerlich, wertvoll und sinnvoll für dich und deine Lebenszeit sind! Wenn Gott dich nicht beschenken hätte wollen, dann hätte er seinen Sohn Jesus schlichtweg nicht zu dir gesandt. Doch das hat er! Gott ist ein Geber, kein Nehmer. Gott beschenkt, er bestiehlt nicht.
"Christus hat uns durch den Glauben ein Leben aus Gottes Gnade geschenkt, in der wir uns befinden, und wir sehen voller Freude der Herrlichkeit Gottes entgegen." (Römerbrief 5, 2)
Wir dürfen und freuen. Weil Gott sich über uns freut. Und weil er Großes für uns bereit hält.

Happy Day
Dancing in the rain. Nonstop grinsen. Einfach nur hüpfen und singen. Augen schließen und Freudentränen laufen lassen. Wie gehst du ab, wenn du dich so richtig freust? Ich würde dich dabei gerne mal erleben. Ich bin gerne dabei, wenn Leute sich über etwas freuen - da schwappt so ein tolles Gefühl auf mich über. Und natürlich freue auch ich mich gerne. Freude ist die Antwort meines ganzen Körpers (mit Kopf und Herz - und manchmal auch mit den Füßen. wenn sie nicht stillhalten können) auf irgendetwas Tolles. Manchmal äußert es sich so, dass es jeder mitbekommt, manchmal ist es aber auch eine ganz stille Fröhlichkeit tief im Herzen. So hat Gott uns geschaffen. Jeder Mensch findet Freude gut. Und es wird noch besser: Bei Gott ist es auch so. Für Gott ist Freude keine kindische Kleinigkeit.
Gott wünscht sich, dass wir Christen uns freuen. Und er gibt uns den besten Grund dazu: Sich selbst.
Er wünscht sich, dass wir uns über ihn freuen. Mit ihm. In ihm. Dass unsere Gedanken um ihn kreisen. Und Gott wünscht es sich nicht nur, er will es. Und er will es nicht nur, er ordnet es an: "Freut euch im Herrn allezeit" (Philipper 4, 4)! "Dient dem Herrn mit Freude"(Psalm 100, 2). "Freut euch allezeit (...) das ist der Wille Gottes für euch! (l. Thessalonicher 5, 16).

10.000 Reasons
Okay, Moment - müssen wir uns also freuen? Sind wir Gott ungehorsam, wenn wir keine Freude an ihm haben? Das klingt im, ersten Moment ziemlich schräg, oder?
Aber vielleicht wird es mit folgendem Beispiel etwas klarer: Stell dir mal vor, ich überreiche dir ein schön verpacktes Geschenk. Und dann sage ich zu dir: "Gleich wirst du dich mega freuen. Du musst dich einfach freuen! Wenn du dieses Päckchen auspackst und dann völlig unberührt bleibst - dann stimmt wirklich etwas nicht!" Und schon hast du etwas über das Geschenk erfahren - ohne dass du es ausgepackt hast: Es muss etwas wahnsinnig Tolles sein. Genauso ist es auch mit unserem himmlischen Vater. Dass Gott uns die Freude an ihm als Gebot gibt, ist ziemlich genial von ihm. Damit erklärt uns Gott indirekt: Ich bin das Beste, was dir passieren kann. Mein Wesen wird dir immer wieder unendlich viel Grund zur Freude geben. Egal, wie es dir geht, egal, was du gerade durchmachst: Wenn du mich anschaust, findest du 10.000 Gründe, dich zu freuen. Nur ich kann dich wirklich glücklich machen.

Freude - ein Gefühl. Und noch viel mehr.
Hast du schon einmal vor Freude an Gott geweint? Also ich beneide Menschen, die ihre Liebe zu Gott so emotional ausdrücken können. Ehrlich gesagt kann ich mich selbst nicht daran erinnern, jemals in meinem Leben vor Freude geweint zu haben. Ich bin vom Typ her eher sparsam mit Emotionen. Vor Freude so abzugehen, wie ich es im Anfang geschrieben habe, ist bei mir so gut wie nie der Fall. Aber darum geht es Gott auch nicht in erster Linie. Freude an Gott ist kein "nonstop High-Gefühl", das mich taub macht gegenüber anderen Gefühlen. Zum christlichen Leben (gehört zum Beispiel auch das Mitleiden, die Ehrfurcht, das Besorgtsein um andere und tausend weitere Dinge dazu, die sich eben auch in Emotionen ausdrücken. Paulus bringt es auf den Punkt: "Wir erleben Dinge, die uns traurig machen, und sind doch immer voll Freude" (2. Korinther 6, 10).
Das heißt: Manchmal war Paulus auch traurig. Er erzählt, wie er um andere weinte und große Schmerzen erlitt. Und trotzdem ist da eine bleibende innere Freude, an die er sich hängt. Weil er weiß, dass Jesus alles in der Hand hält und dass seine Gnade nie aufhört. Genau das will ich auch erleben.
Ich will immer wieder Freude tanken. Eine unbeschreiblich große Zuneigung und Liebe zu meinem Erlöser fühlen. 
Und wenn Momente kommen, wo die Gedanken an Jesus mich emotional so überwältigen, dass ich mich so richtig "high" fühle - dann will ich das umso mehr genießen und feiern!

Und wenn sie fehlt?  
Aber es gibt Tage, da fühle ich rein gar nichts von dieser Freude. Geht's dir vielleicht manchmal auch so? Ich gehe wie gewohnt zum Gottesdienst, singe brav mit, stehe zum Beten auf und schüttle allen zum Abschied die Hand (die äußeren Formen der Frömmigkeit beherrsche ich ziemlich gut) - aber von der Freude am Herrn keine Spur. Die stille Zeit mit Gott gibt mir wenig - ich lasse sie schleifen. Wenn ich dann lese: "Freut euch im Herrn zu jeder Zeit!", weiß ich ganz genau, dass ich das nicht erfülle. Es ist wie es ist: Manchmal kann ich mich einfach nicht für den begeistern, der mir doch den Atem rauben sollte. Dann fühlt sich mein Glaube irgendwie fade und leidenschaftslos an. Vielleicht kennst du auch solche Zeiten. Vielleicht steckst du auch schon seit Langem in diesem Zustand fest. Dann möchte ich dir sagen: Nimm das nicht auf die leichte Schulter, sondern schaue ihn dir genau an. Deine Freude an Gott ist ein extrem ehrlicher Indikator, der dir zeigt, wie es dir gerade in deiner Beziehung mit Jesus geht. Nicht deine Stille-Zeit-gemacht-Häkchen, deine Gottesdienstbesuche oder deine Aufgaben in der Gemeinde zeigen an, wie es dir geistlich geht. Sondern die Freude an Gott und an dem Leben, das er dir geschenkt hat.

Unsere Freude ist Gott wichtig
Ich habe immer gedacht: Ich kann Gott doch auch nur aus einem Pflichtbewusstsein heraus dienen. Ob ich jetzt Freude an ihm habe oder nicht, ist da nicht so wichtig. Alles, was mit Gefühlen in meinem geistlichen Leben zu tun hatte, war zweit- und drittrangig. Als ich dann aber die vielen Bibelstellen zur Freude angeschaut habe (und es gibt wirklich viele!) kam ich ins Grübeln. Unser Vater hat da einen ganz anderen Blick drauf. Und beim Nachlesen und Nachdenken ist mir auch aufgegangen, warum das so ist. Unsere Freude ehrt ihn. Verherrlicht ihn. Macht ihn in uns und vor der Welt groß. Wenn wir Gott gehorsam sind und uns an ihm freuen, dann wird er mehr verherrlicht, als wenn wir nur aus Pflichtbewusstsein gehorsam sind. Wenn andere sehen, dass wir uns über unseren Gott freuen, dann stimmt unser Zeugnis: Dann erzählt unsere Freude der Welt von einen Vater, der würdig ist, geliebt und bejubelt zu werden. In vielen Religionen wird Gehorsam gegenüber einem Gott gefordert. Und religiöse Menschen dienen ihrem Gott. Manche aus Angst, manche aus Eigennutz, Pflicht oder Routine. Aber beim Christentum ist es anders. Jesus liebt uns, ist für uns gestorben, hat alles getan, dass einer innigen Beziehung zu ihm nichts im Weg steht. Wir sind frei. Frei, ihn von ganzem Herzen zu lieben. Frei, ihn fröhlich anzubeten und für ihn zu leben. Wenn unser geistliches Leben ein fröhliches Leben ist, dann machen wir der Welt deutlich: Unser Gott ist anders. Ein Leben mit ihm ist das Beste. Für uns. Für ihn.

Ich will die Freude anfachen...
Aber was soll ich tun, wenn mich ein Big Mac mehr begeistert als die Bibel? Wenn ich geistliche Dinge und die Gemeinschaft mit Gott genauso interessant finde wie eine Doku übers Briefmarkensammeln? Ich würde doch so gerne diese tiefe Zuneigung und Begeisterung für Jesus empfinden - so wie Maria Magdalena, wie Zachäus, wie Paulus.
Freude kann ich nicht erzwingen. Kann sie nicht herzaubern. Aber ich kann mit Jesus darüber reden. Ihm meine Situation ganz ehrlich sagen. Ihm meine Freudlosigkeit bekennen und ihn bitten, mein Herz zu verändern. Und ich kann mich ganz bewusst den Dingen widmen, die meine Freude anfachen.

...mit Gnade 
Immer, wenn Leute in der Bibel große Freude an Gott erlebten, hatte das was mit Gnade zu tun. Ihnen wurde vergeben. Sie haben verstanden: Ich bin angenommen und wertgeschätzt. Sie haben gemerkt, dass sie unwürdig sind - und trotzdem geliebt. Gerade wenn wir in einem geistlichen Tief sind, hilft uns nichts so sehr, wie das Erleben seiner Gnade. Diese Gewissheit, dass Er mich kennt und liebt. Egal, was ich verbockt habe. Und dann denken wir an die Gnade, die noch auf uns wartet: Ein vollkommenes Leben mit ihm im Himmel.
Wenn wir die Augen schließen und uns durch den Kopf gehen lassen, was Jesuss uns geschenkt hat und noch schenken wird, merken wir: Wir schwimmen in einem Ozean von Gnade!

...mit Gehorsam
Kennst du das auch? Du hast dich getraut und deinem Freund von Jesus erzählt. Danach fühlst du dich so froh, dass tanzen könntest. Oder du hast einem Tier geholfen. Oder einen Streit geschlichtet. Hast eine einsame Oma besucht, und ihr Gesellschaft geleistet. Danach bist du einfach total happy. Freude kommt oft dann wenn wir Gottes Auftrag gehorsam sind. Gibt es etwas, das du für andere tun kannst? Wo du anderen eine Freude machen kannst? Wer Freude schenkt, wird von Gott mit Freude beschenkt.

...mit Genuss
Und dann ist da der Big Mac. Und das tolle Konzert. Und ein guter Kaffee am Morgen. Eine geniale Zeit mit Freunden. Grund zur Freude? Natürlich! Warum nehmen wir nicht einfach diese schönen Dinge, die Gott uns schenkt und verwandeln sie? Verwandeln sie in ein Lob für unseren Vater, der uns die Geschmacksnerven geschenkt hat. Der die Musik erfunden hat. Der uns so tolle Freunde gegeben hat. Der selbst unser bester Freund ist. Schade, wenn wir diese tausend schönen Dinge von Gott abkoppeln. Wir dürfen sie wie Öl ins Feuer gießen, um unsere Freude an Gott noch mehr anzufachen. Und dann gemeinsam mit Habakuk jubeln: "Ich will jubeln, weil Gott mich rettet. Der Herr selbst ist der Grund meiner Freude! Ja, Gott der Herr macht mich stark" (Habakuk 3, l8).

Let´s celebrate
Ich genieße es in vollen Zügen, wenn ich Momente erlebe, in denen ich vor Freude fast platzen könnte. Wenn ich den Tag leichtfüßig erlebe und mit einem breiten Grinsen durch den Tag gehen kann. Ich liebe es, wenn ich vor Freude sprühe und andere Menschen für etwas Schönes begeistern kann. Aber ich erlebe auch tiefe Freude, wenn ich ein inspirierendes Gespräch habe oder stundenlang durch den farbenprächtigen Herbstwald stapfen kann oder mit Gott innige Gemeinschaft habe. Dann fühle ich einfach Gottes Frieden und ruhe in ihm und das weckt in mir eine ganz tiefe Freude.
Wie toll wäre es, wenn wir als ON4U-Community der Freude viel mehr Raum geben würden und uns immer häufiger mitten im Alltag dazu entschließen, Gott zu genießen, aber auch mit Gott zu genießen. Ich glaube, das wird bei vielen Menschen das Interesse wecken, Jesus auch selbst einmal persönlich kennenzulernen.

Freude an Gott? Darauf darf und will ich nicht verzichten.

Be blessed
Manuel


Bildquelle: http://ligaviewer.com/youversion

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